Konzeption Blumenhallenschau Internationale Gartenschau 2013 Hamburg (D), Engere Wahl, 2012

+++ Die Konzeption der Hallenschau zur igs Hamburg 2013 stellt die bedeutendsten Eigenschaften einer zyklisch wechselnden Pflanzenpräsentation in Innenräumen ins Zentrum der Gestaltung. Die Möglichkeit in einer Halle Pflanzen und Floristik zu zeigen, die witterungsbedingt und bedingt durch die verschiedenen Blühperioden kein- en dauerhaft bestehenden Aspekt im Freiraum bilden würden, lenkt den Blick auf die globalen, regionalen und ortsgebundenen Leistungen der Grünen Branche. Die oftmals große Entfernung zwischen den Produktionsorten und dem Verbraucher, die im Hintergrund nötige Logistik für Transport und Lagerung, die Vermarktung der Jahreszeiten in massenhaft nachgefragten Pflanzungen, all das gehört zum „Tor zur Welt“, zu Hamburg. Das Thema der Hallenschau ist der Hamburger Hafen mit seinen Reifekammern und dem Bananenterminal, die Stadt als Marktplatz mit der Blumengroßmarkthalle ebenso, wie die Region und ihre Produktionen im Baumschulland um Rellingen, die Obstkammern des Alten Landes und die Blumenproduktion der Vier- und Marschlande. Diese Sicht wird thematisch unterstützt durch die Lage der Blumenhalle in der „Welt der Häfen“ und den großen logistischen Aufwand, der sich in einem ununterbrochenen Auf- und Abbau der einzelnen Schauen widerspiegelt. Auf der Wilhelmsburger Elbinsel treffen mit dem Hafen und den bis in das igs 2013 Gelände reichenden Wasserwegen See- und Landwege au- feinander. Hier finden sich exotische Handelsgüter wie Kaffee, Banane und Kakao genauso wie regionale Produkte wie der Apfel ‚Finkenwerder Herbstprinz‘ und die Vierländer Freilandrosen. Produktion und Handel sind in Hamburg besonders innig verknüpft. Die Ausstellung zeigt diese Waren mit und nebeneinander und bietet damit ein stabiles Gerüst für die Produkte der einzelnen Landesverbände und Sonderschauen. So ist die Hallenschau zur igs 2013 in Hamburg nicht nur stark auf den Ort und seine Bedeutung in der Welt, sondern auch auf die Moderne Welt der den Globus umspannenden Grünen Flüsse bezogen. Die herausragende Stärke des Entwurfes ist es, diese Welt als ganzheitliche ästhetische Inszenierung zu zeigen, die ein weites Spannungsfeld zwischen der Ästhetik von Hafen, Handel und Transport und der Schönheit der Pflanze hervorhebt. So wächst die Hallenschau weit über die bisherigen Präsentationen einer „aus dem Kontext heraus gestanzten Landschaft mit Dach darüber“ hinaus und bildet den ästhetischen, kulturellen und zeitgemäßen Höhepunkt der Internationalen Gartenschau in Hamburg 2013.

Ausloberin: Internationale Gartenschau 2013 Hamburg GmbH / Mehrfachbeauftragung / Fläche 4.300 qm / mit Mark Krieger, Hamburg und UTArchitects, Berlin/ 2012

Projektteam: Maik Böhmer / Gerd Holzwarth / Steffen Klotz

UNESCO Welterbe Luthersterbehaus Eisleben, 3. Preis, 2009

+++ Leitbild für den Vikariatsgarten bildet der Bezug auf das geistliche Erweckungserlebnis Luthers während eines Gewitters. Das Gelübde, sein Leben der Kirche zu widmen, wird abstrahiert zur Grundlage der Wegeführung. Erweckungsmythos und Sterbezimmer bilden die thematischen Klammern für die Vermittlung von Luthers Leben auf einem Rundgang der im Garten beginnt. Werden und Vergehen wird mit einer pflegeextensiven Schotterpflanzung thematisiert, welche den Überresten des alten Vikariats eine sich fortwährend kräftiger entwickelnde Pflanzung aus Gräsern und Wildstauden gegenüber stellt.

Ausloberin: Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt / begrenzt offener Realisierungswettbewerb / Fläche 0,32 ha / 2009 / mit Kuehn Malvezzi