Profil Planorama

Paradoxon

In der Entwicklung der Landschaftsarchitektur in den vergangenen Dekaden lässt sich neben den verschiedenen theoretischen Grundströmungen des Städtebaus auch eine Verschiebung der Fragestellungen und eine Neugewichtung des Freiraumes erkennen. Heute beschäftigen wir uns nahezu zeitgleich mit nur scheinbar widersprüchlichen Konzepten wie Schrumpfungsprozessen und der Renaissance der kompakten Stadt und der damit verbundenen Verdichtung von Lebensräumen. Diese unterschiedlichen synchronen Betrachtungen bestätigen den Vorrang eines Orts- und situationsgebundenen Ansatzes in der Gestaltung öffentlicher Freiräume.

Planorama Landschaftsarchitektur widmet sich seit seiner Gründung dieser Vielfalt und Verschiedenheit der Frage- und Aufgabenstellungen. Analyse und sinnliche Erfahrung des Ortes bilden den Ausgangspunkt für einen funktional ästhetischen Umgang mit den Ansprüchen an Nutzung, Nachhaltigkeit und ökonomischer Angemessenheit.

Neben der kontextbezogenen Planungspraxis, welcher die soziokulturellen Gegebenheiten des Ortes und seiner Nutzer zugrunde liegen, ist die für die zeitgenössische Entwurfspraxis bestimmende Überlagerung von Zeit ein wesentlicher Charakterzug des Planens. Spielten die durch die Zeitabläufe veränderbaren Aspekte von Pflanzen schon immer eine wichtige Rolle im Umgang mit der Natur und Kultur eines Ortes, so kommen heute weitere zeitliche Aspekte hinzu, welche die Rezeption von Freiraum beeinflussen. Der Gleichzeitigkeit, mit der wir auch im öffentlichen Raum aktuelle Strömungen der Zeit wahrnehmen, der Internationalisierung der Orte, steht der Wunsch nach der Eigenart und Atmosphäre eines bestimmten Ortes gegenüber.

Diesen dynamischen und statischen Bedingungen des Ortes, den Bedürfnissen und Eigenheiten ihrer Bewohner und Passanten nachzuspüren, unverwechselbare Erlebnisstrukturen mit einer hohen gestalterischen Qualität zu verbinden, ist unser wichtigstes Anliegen im Entwurf und der Planung von Freiräumen.